Windelfrei – Grundlagen und Tipps – Unsere Top 10

Nach den vielen Reaktionen auf meinen letzten Artikel über unsere Erfahrung mit Windelfrei, liegt es mir am Herzen einige Punkte nochmal aufzugreifen und einige Grundlagen und Tipps, die uns Windelfrei erleichtert haben und noch immer erleichtern, an euch weiterzugeben.

Jedes Mal, wenn Muckmuck wach wird, führt der erste Weg auf das Töpfchen. Noch im Bett liegend ziehe ich sie aus und öffne ihr die Windel. Häufig sehe ich dann schon das erste Pipitröpfchen blitzen. Bei diesem einem Tröpfchen bleibt es aber! Mit dem Wissen, dass sie nun auf das Töpfchen gesetzt wird, schafft sie es einzuhalten, bis es soweit ist. Das hat mich tatsächlich sehr überrascht und beeindruckt.

Entgegen der geläufigen Meinung, ist das Pipimachen bei Babys nämlich kein automatischer Reflex, sondern ein kontrollierter Vorgang. Unsere Kinder sind keine Nestbeschmutzer und haben es gerne sauber und trocken. Es liegt in ihrer Natur, ihr Geschäft nicht dorthin zu verrichten, wo sie sich ständig aufhalten/sitzen.

Besonders wichtig ist es mir nochmal zu betonen, dass Windelfrei nichts mit Trockenwerden, sondern viel mehr mit der Wahrnehmung der Bedürfnisse und erfolgreicher Kommunikation zwischen Mutter/Vater/Wemauchimmer und Baby.

1. Signale richtig deuten

Babys machen in den seltensten Fällen einfach so in die Windel. Je nach Alter, Persönlichkeit des Babys und auch abhängig davon wo man sich gerade befindet, unterscheiden sich die Signale, die ein Baby sendet, sehr stark.

Viele Signale sind recht offensichtlich und jedem bekannt. Wer musste nicht schon einmal über das hochrote Gesicht eines angestrengt drückenden Babys schmunzeln? Neben dem typischen Gesichtsausdruck gibt es noch andere Hinweise darauf, dass man sich lieber auf den Weg zum Töpfchen machen sollte.

 

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Diese Liste ist wahrscheinlich unendlich erweiterbar… Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt und dabei helft die Tabelle zu vervollständigen!

 

Signale zurückgeben

Um Muckmuck verstehen zu geben, dass jetzt der richtige Moment ist, um Pipi zu machen, signalisieren wir ihr dies mit dem Signal „Tzzzz Pipi“. Zusätzlich kann man dieses Signal mit Babyzeichen, also einer Gebärde, verbinden. Das kennt sie inzwischen sehr gut und wir rechnen fest damit, dass sie die Gebärde bald selbst verwenden wird. Um ihr nochmal bewusst zu machen, was ihr Körper gerade vollbracht hat, endet der Töpfchengang bei uns mit „Muckmuck, du hast Pipi/Aa gemacht“.

 

2. Standartsituationen wahrnehmen

Nicht immer sind die Signale des Babys eindeutig zu erkennen. Deshalb ist es hilfreich sogenannte Standardsituationen wahrzunehmen, in denen man davon ausgehen kann, dass das Baby mal muss.

  • Nach dem Aufwachen
  • Nach dem Baden
  • Beim Wickeln
  • Bei der Ankunft Zuhause oder an jedem anderen Ort

Nimmt man diese Momente wahr, dürfte die Erfolgsquote recht hoch sein. Wir bieten das Töpfchen zusätzlich an bevor wir das Haus verlassen, bevor wir Muckmuck ins Bett bringen und bevor sie gebadet wird. All dies sind Situationen in denen ich selbst auch auf Toilette gehe. Situationen, in denen klar ist, dass für geraume Zeit keine (ideale) Möglichkeit zum Pipimachen besteht.

Neben dem Abhalten nach Standardsituationen gibt es noch andere Varianten nach denen man seinem Baby das Töpfchen anbieten kann:

Dem Rhythmus des Babys folgen: Windelfrei nach der Uhr. Nach dieser Methode haben wir unseren ersten Windelfrei-Versuch gestartet und sind kläglich gescheitert. Entweder waren wir zu früh und das Pipi ging direkt danach in die Windel, oder wir waren zu spät dran. Zudem war ein Intervall von knappen 20 Minuten einfach nicht dauerhaft umsetzbar. Ein Leben als Neu-Mama, das zu 90% aus Stillen und Pipimachen besteht, war für mich nicht sonderlich erfüllend.

Intuition: Manche Mamas (und natürlich auch andere Bezugspersonen) wissen es einfach. Dieses Gefühl, das Baby könnte jetzt müssen. Und meistens liegt man richtig! (Manchmal auch nicht, aber ist ja egal…) Ich habe oft den Geruch von Pipi in der Nase, obwohl noch nichts passiert ist. Oder habe das Gefühl, dass es in der Windelgegend warm wird. Zu oft, als dass es Zufall sein könnte, habe ich den richtigen Riecher.

 

3. Die richtige Technik

Auch die Technik spielt eine Rolle. Nicht jedes Baby mag abgehalten werden und ein anderes möchte nicht auf dem kalten Plastik des Töpfchens Platz nehmen.

Das Abhalten: Beim Abhalten greift man hinter dem Baby stehend/hockend/kniend von unten um die Oberschenkel des Kindes. Die Unterarme führt man so nah zusammen, dass der Po des Kindes an den Seiten darauf ruht. So kann man das Baby dann über Waschbecken, Toilette, Schüssel, Töpfchen oder über den nächsten Busch halten.

Die Toilette: Man setzt sich mit dem Baby auf Toilette und hält das Kind vor sich. Oder man steht vor dem Baby, hält es unter den Achseln fest und positioniert die Beine auf der Klobrille aufliegend. Letztere Methode erleichtert die Kommunikation mit dem Baby.

Position auf dem Töpfchen:  Papamuck saß anfangs am liebsten hinter dem Töpfchen. (Er hatte Angst vollgepieselt zu werden 😀 ) Das war suboptimal, weil keine Kommunikation stattfinden konnte. Schnell ist er dazu übergegangen sich vor Muckmuck zu setzen/knien. Seitdem klappt es auch mit den beiden.

 

4. Die richtigen Utensilien

Hier gilt es auszuprobieren, was Baby am liebsten hat. Da das Abhalten bei uns wenig erfolgversprechend war, deckten wir uns recht schnell mit verschiedenen Töpfchen ein. Wir haben festgestellt, dass es nicht DAS ultimative Töpfchen gibt und verwenden verschiedene Modelle zu verschiedenen Anlässen.

TIPP zum Töpfchenkauf: Auf festen Stand und Rutschfestigkeit achten!

Töpfchen und Co

  • Das Asia-Töpfchen. Klein, handlich und nicht besonders standfest. Praktisch für unterwegs oder während des Stillens, da man es sich gut zwischen die Beine klemmen kann. Für mobile Babys im Hausgebrauch empfinde ich es als eher unpraktisch, da es schnell kippt und es kein selbstständiges Sitzen zulässt.
  • Töpfchen mit Erhöhung zwischen den Beinen nutzten wir anfangs gerne, da Muckmuck es immer wieder schaffte über das Ziel hinauszuschießen und mehr Pipi auf dem Fußboden als im Töpfchen landete. Zur Zeit nutzen wir es nachts, um kleine Missgeschicke im und am Bett zu minimieren. Muckmuck mag es nicht sonderlich, da sie nicht alleine Aufstehen kann.
  • Flache Töpfchen ohne/mit leichter Erhebung haben sich für unseren Tagesablauf mit älterem Baby bewährt. Es ermöglicht Muckmuck selbstständig aufzustehen, wenn man ihr die Hände reicht. Das ist zum einen ein sicheres Zeichen dafür, dass sie fertig ist und zum anderen freut sie sich jedes Mal darüber es (fast) allein zu schaffen.
  • Einen Toilettensitz nutzen wir im Moment noch äußerst selten, was eher an mir als an Muckmuck liegt. Ich finde die Position, die ich einnehmen muss, um sie festzuhalten sehr unbequem. Vielleicht ändert sich das, wenn sie etwas älter ist.
  • Zum Abhalten (jüngerer Babys) eignet sich auch eine einfache Schüssel, die Toilette oder das Waschbecken. 

TIPP Seit sie feste Nahrung zu sich nimmt und ihr Stuhlgang sich dementsprechend angepasst hat, legen wir auf den Boden des Töpfchens etwas Toilettenpapier. Auf diese Weise lässt sich das große Geschäft leichter im Klo entsorgen.

TIPP Kaltes Plastik unter dem Po finden Babys genauso unanenehm wie Erwachsene. Aus einem alten T-shirt lässt sich blitzschnell ein Bezug herstellen. Eine bebilderte Anleitung dazu findet ihr hier.

 

5. Kurze Wege

Nicht immer hat man nach dem Signal des Kindes noch minutenlang Zeit. Die Blase ist klein und auch wenn das Baby Kontrolle darüber hat, sind dieser, wie bei jedem anderen Menschen auch, Grenzen gesetzt. Macht es euch und euren Kindern nicht unnötig schwer! Statt bei jedem Pipi-Signal einen Hürdenlauf plus 30-Stufen-Sprint hinzulegen, um rechtzeitig im Bad zu sein, bietet es sich an mehrere Töpfchen im Haus zu verteilen. Wir haben auf jeder Etage eines und kommen damit super klar.

 

6. Die passende Kleidung

Auch die deutlichsten Signale helfen nicht, wenn es daran scheitert, dass das Baby in einen Strampler mit drölftausend Knöpfen eingepackt ist, der im schlimmsten Fall auch noch komplett ausgezogen werden muss, bevor man zum Töpfchen spurtet. Wir haben uns enge und mit vielen Knöpfen versehene Kleidung, die schwer an- und auszuziehen ist sehr schnell abgewöhnt. Windelfrei-Eltern müssen ihre Babys nun einmal sehr oft aus- und wieder anziehen. Warum sollte man es sich also unnötig schwer machen? Und welches Baby lässt sich diese ewige Aus- und Anzieherei gerne gefallen? Ich für meinen Teil bin schon froh, wenn ich Muckmuck die Windel angezogen habe, bevor sie sich blitzschnell umdreht und einen Fluchtversuch startet.

Windelfrei geeignet sind Hosen, die sich schnell ausziehen lassen. Auch zum Schlafen ziehen wir Body und Hose dem Einteiler vor. Auf Kleidung mit vielen Knöpfen verzichten wir unseren Nerven zuliebe. Andere Eltern schwören auf unten aufknöpfbare Kleidung.  Probiert es aus und findet heraus was für euch am besten passt. Im Sommer haben wir Muckmuck am liebsten einfach nur in der Windel herumturnen lassen. Die Designs der Stoffwindeln sind doch auch viel zu schön, um sie unter Kleidung zu verstecken! Für kältere Tage sind Babylegs super geeignet. Das sind Stulpen, die das ganze Bein bedecken und das Hosenbein ersetzen. Speziell für Windelfrei-Kinder gibt es sogenannte Splitpants. Das sind Hosen die sich im Schritt öffnen lassen. Über die Tauglichkeit kann ich kein Urteil abgeben. Hierzu mangelt es mir an persönlicher Erfahrung.

 

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7. Windelfrei nachts

…kann echt anstregend sein. Es gibt sicherlich angenehmeres als mitten in der Nacht aufstehen zu müssen, um das Baby auf das Töpfchen zu setzen. Mit winzig kleinen Augen und gedimmtem Licht, passieren auch schnell mal Unfälle. Gerade Babys die nachts noch häufiger Trinken, müssen notgedrungen auch irgendwann Pipi. Muckmuck wird dann zunehmend unruhig und wälzt sich von einer Seite auf die andere. Wenn sie wach wird, ist die Blase schon so voll, dass sie sofort beginnt sich lautstark zu beschweren. Weiterschlafen ist dann keine Option. Wir haben ein Nacht-Töpfchen direkt neben dem Bett stehen. Das erleichtert uns Schlafmützen die Prozedur ein wenig. Wenn es gebraucht wird, stellen wir es auf das Bett, um den Weg von nackigem Baby zum Töpfchen so kurz wie möglich zu halten (und vielleicht auch ein bisschen um nicht aufstehen zu müssen). Oft ist es schon so dringend, dass das Pipi kaum noch gehalten werden kann und mehr als einmal kam es vor, dass unterwegs die ersten Tropfen daneben gingen. Augen auf beim Töpfchen-Kauf! Unser Nacht-Töpfchen hat eine Erhöhung zwischen den Beinen, die verhindert, dass über den Rand gepulltert wird. Durch den breiten Fuß steht es (auch im Bett) sehr stabil und das hohe Rückenteil erleichtert das Sitzen. Die Tiefe ist ausreichend, um auch ein drittes oder viertes Pipi aufzunehmen.

 

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8. Windelfrei unterwegs

Windelfrei unterwegs empfinde ich als viel schwieriger als Zuhause. Sowohl Muckmuck als auch ich sind viel abgelenkter. Durch die vielen spannenden Eindrücke signalisiert sie nicht so deutlich wie Zuhause und ich bin unaufmerksamer und übersehe ihre Signale. Oft ist es schon zu spät, bis man einen passenden Ort zum Pipi machen gefunden hat. Praktisch ist es dann ein leichtes, platzsparendes Töpfchen dabei zu haben, das sofort einsatzbereit ist. Das Asiatöpfchen oder der Einsatz des Hoppop-Töpfchens lassen sich prima mitnehmen und bei Benutzung zwischen Mamys/Papas Beine klemmen. Wenn es noch platzsparender sein soll, gibt es Faltschüsseln aus Silikon aus dem Haushalts- und Campingbedarf. Darauf kann das Baby natürlich nicht sitzen, aber zum Abhalten taugen sie allemal. Als Kleidung empfielt es sich auch hier wieder einen Zweiteiler oder unten geknöpften Overall zu wählen. An kühleren Tagen kann man eine Trägerhose aus Wollwalk und eine warme Jacke wählen. Damit bleibt das Babys schön warm und ist im Ernstfall doch schnell ausgepackt. Für mich sind all diese Möglichkeiten jedoch für den Winter nicht vollends zufriedenstellend.Vielleicht finde ich in naher Zukunft etwas Zeit, um mich mit dem Entwurf und der Herstellung von warmer Windelfrei-Kleidung auseinanderzusetzen…

 

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9. Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln

Wir nutzen beides und haben im direkten Vergleich feststellen können, dass Muckmuck Pipi-Aa verlässlicher anzeigt, wenn sie Stoffwindeln trägt. Das mag damit zusammenhängen, dass Stoffwindeln sie daran erinnern, dass sie Pipi gemacht hat. In Wegwerfwindeln wird der Urin sofort im inneren der Windel eingeschlossen, wodurch sie weiterhin ein trockenes Gefühl vermitteln. Die Unterstützung des eigenen Körpergefühls „Da ist etwas passiert“ bleibt aus. In Stoffwindeln lässt sich auch deutlich besser feststellen, ob schon Pipi in der Windel gelandet ist. Gerade bei kleinen Pipis finde ich es oft schwierig. (Man findet mich dann am Boden sitzend, die Windel in den Händen wiegend, um schlussendlich doch eine Geruchsprobe zu nehmen.) Einen weiteren Minuspunkt bekommen die Wegwerfwindeln wegen des deutlich höheren Verbrauches. Ist doch mal Pipi in die Windel gegangen, zieht man sie natürlich nicht wieder an, sondern nimmt eine Neue zur Hand. So häufen sich an schlechten Tagen die Windelmüllberge und landen in der Tonne, statt wie bei Stoffwindeln in der Waschmachine.

 

10. Ausdauer und Geduld

Dieser Punkt ist die Basis der ganzen Sache. Es lässt sich nichts erzwingen. Windelfrei braucht Zeit. Zeit, um sein Baby kennenzulernen, Zeit um dem Baby begreifbar zu machen, dass man ihm dauerhaft die Möglichkeit bietet, seine Notdurft auf sauberem Wege zu verrichten. Dafür gibt es einem die Möglichkeit sein Baby intensiv zu beobachten und seine Bedürfnisse noch viel besser kennen zu lernen. Es werden immer wieder Phasen kommen, in denen es schlechter oder besser klappt. Gebt nicht gleich nach dem ersten gescheiterten Versuch auf! Vielleicht habt ihr einfach nur einen blöden Zeitpunkt erwischt und ein paar Wochen später funktioniert es. Hört auf eure Intuition und ignoriert eure innere Stimme nicht. Seid euren Kindern nicht böse, wenn es nicht klappt, oder wenn sie streiken. Das alles gehört dazu. Windelfrei soll allen Beteiligten Freude bereiten und das Leben angenehmer machen. Zwang und Stress haben hier deshalb nichts verloren.

Viel Freude beim Ausprobieren

und bereichtet mir doch von euren Erfolgen und auch Misserfolgen!  

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Über 3-Monats-Koliken zu Windelfrei 

Bauchweh. Immer. Tag und Nacht. Und viele, viele Tränen. So sahen die ersten Monate mit Muckmuck aus. Und wir alle litten mit ihr. Alle Versuche ihr Linderung zu verschaffen scheiterten. Bis wir auf Windelfrei stießen…
Von Beginn an tat Muckmuck sich wahnsinnig schwer damit in die Windel zu machen. Ständig hatte sie furchtbare Blähungen und einen steinharten Bauch. Sie weinte jedes Mal wenn sie musste. 3-Monats-Koliken, diagnostizierte der Arzt und zu dem selben Urteil kam die Hebamme.

Es brach mir fast das Herz so hilflos mitanschauen zu müssen wie dieses kleine Wesen, das ich so sehr liebe, leidet. Ich musste mir eingestehen, dass es die oft verfluchten 3-Monats-Koliken wohl doch geben musste und klammerte mich an die Hoffnung, dass es nach der 12. Woche besser werden würde.

Auf Rat der Hebamme versuchten wir es zuerst mit Bauchmassage, Fahrrad fahren und Fliegergriff. Ich trug sie 24 Stunden täglich an meinem Körper. Wirklich helfen tat nichts davon. Der Arzt riet uns zu Kümmelzäpfchen, Sab Simplex und Bigaia-Tropfen. Dr. Google empfahl Paderborner Pups Globuli als ultimatives Heilmittel. Wir versuchten alles und waren jedesmal wieder so voller Hoffnung, die doch nur enttäuscht wurde. Nichts davon brachte den gewünschten Erfolg. Ich zählte die Tage und hoffte. Aber es wurde nicht besser. Es ging weiter wie bisher und wir kämpften uns von einem Tag in den nächsten.

Irgendwann stieß ich durch Zufall auf das Buch artgerecht von Nicola Schmidt, das ich im übrigen jeder (werdenden) Mutter wärmstens empfehlen kann. Dort stieß ich auf Windelfrei, oder wie ich passender finde „Ausscheidungskommunikation„. Schon in der Schwangerschaft war ich das ein oder andere Mal über diesen Begriff gestolpert und war damals zu dem Entschluss gekommen es unsinnig zu finden. Wie so oft war es völlig anders als das, was in meiner Ausbildung vermittelt wurde.

Hier könnt ihr nun eine kurze Einführung in das Thema Windelfrei lesen. Wen es nicht interessiert, oder wer mit der Thematik vertraut ist, der möge doch bitte einige Absätze weiter unten weiterlesen 😉

Für diejenigen, denen der Begriff noch fremd ist zur Erklärung: Windelfrei oder Ausscheidungskommunikation bedeutet nicht, dass keine Windel getragen wird. Viele Babys, und so auch Muckmuck, tragen als sogenanntes „Backup“ eine (Stoff-)Windel.

Auch wenn das Nervensystem des Babys nocht nicht voll entwickelt ist, merkt es sehr wohl, wenn sich in seinem Bauch etwas tut und hat das Bedürfnis sauber und trocken zu sein. Das beste Beispiel hierfür findet sich auf dem Wickeltisch: Wie oft passiert es, dass das Baby einfach losstrullert, sobald man die Windel ausgezogen hat? 

Windelfrei bedeutet, sein Baby zu beobachten und die Signale, die es gibt, richtig zu deuten und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Windelfrei hat nichts mit Töpfchentraining oder Trockenwerden zu tun. Es geht einzig und allein darum, dem Baby zu ermöglichen, seine Notdurft auf artgerechtem Wege zu verrichten. Ob das Kind sein Geschäft in Toilette/Töpfchen oder in die Windel verrichten möchte, ist ihm natürlich völlig freigestellt und entbehrt sich jedem Zwang. (Wie soll man ein Baby auch dazu zwingen sein Geschäft zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu verrichten?!)

Einen Versuch war es wert und zu verlieren hatten wir beim besten Willen nichts. Zu diesem Zeitpunkt war Muckmuck 14 Wochen alt. Wir versuchten es über der Toilette und über einer Schüssel. Wenn ich das Gefühl hatte, dass sie wieder sehr starke Bauchweh hatte und sich quälte, hielt ich sie ab. Leider blieb der Erfolg auch diesmal aus. Sie verspannte sich, streckte sich durch und weinte noch lauter. Bis auf einen großen Pups kam einfach nichts.

Weiterhin kämpfte sie Tag und Nacht mit Bauchweh. Auch nach weiteren zwei Wochen war keine Besserung in Sicht. Erneut stolperte ich über Tipps zu Windelfrei, was bei vielen die Lösung aller Probleme gewesen sein soll. Ich beschloss der Sache noch eine Chance zu geben und ging es diesmal mit mehr Hintergrundwissen und Ausdauer an.

Als Muckmuck 17 Wochen alt war, begann ich sie in sogenannten Standardsituationen über Toilette oder Waschbecken abzuhalten, achtete auf ihre Signale und hatte erste Erfolgserlebnisse. Ich beobachtete sie sehr genau und fand bald ihren Rhythmus und ihre „Pipischnütchen“ heraus.

Problematisch bleib, dass sie sich nicht gern abhalten lies. Die Position gefiel ihr nicht und sie wehrte sich schon nach sehr kurzer Zeit dagegen, obwohl sie dringend Pipi musste. Ließ ich sie dann nackt auf dem Handtuch strampeln, strullerte sie sofort fleißig los. In dieser Zeit bewährten sich Einwegunterlagen aus der Krankenpflege und bewahrten mich vor riesigen Wäschebergen. Nicht ökologisch, aber sehr praktisch.

Wir beschlossen es mal mit einem Töpfchen zu versuchen. Anfangs war sie noch zu klein um richtig darauf zu sitzen und pieselte ständig in hohem Bogen über den Rand, was beim Papa für den ein oder anderen Schreckmoment sorgte. 😀 (Wir mussten lernen, dass nicht jedes Töpfchen für jedes Baby und jede Situation geeignet ist. Die besten Erfahrungen machten wir anfangs, als sie noch nicht mobil war, mit Töpfchen, die eine Erhöhung zwischen die Beinen haben. Damit ließen sich die Pfützen auf dem Boden minimieren. Seit sie Sitzen und mit Hilfe aufstehen kann, eignen sich eher Töpfchen, ohne diese Erhöhung, da sie beim Aufstehen regelmäßig daran hängen blieb und das komplette Töpfchen umstieß.) Aber es funktionierte! Sowohl Pipi, als auch das große Geschäft, landeten (immer öfter) im Töpfchen. Motiviert von meinem Erfolg, versuchte ich nun jedes Pipi aufzufangen. Ich ließ sie nackig strampeln, um ihren Rhythmus herauszufinden. Anfangs machte sie in etwa 20-minütigen Intervallen. Meine Tage bestanden nur noch aus Stillen und Abhalten, was mich völlig fertig machte, aber Muckmucks Bauchweh waren plötzlich viel viel besser.

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Einige Monate später sind wir nun ein gut eingespieltes Team. Es hat mir sehr geholfen den anfänglichen Druck, den ich mir selbst machte, weg zu nehmen. Windelfrei ist kein Wettbewerb, bei dem es gilt jedes noch so kleine Tröpfchen Pipi aufzufangen. Wenn ich sie gerade nicht abhalten kann, sieht sie es mir nach. Und wann immer es möglich ist, und sie mir zeigt, dass sie muss, setze ich sie auf ihr Töpfchen. Eines steht im Wohnzimmer, wo wir uns den Tag über meist aufhalten, eines steht im Schlafzimmer. Manchmal wacht sie nachts auf und weint aus heiterem Himmel, ohne die Augen richtig offen zu haben. Inzwischen wissen wir, dass sie dann sehr dringend Pipi muss, und können darauf reagieren. Tagsüber macht sie auch ab und an still und heimlich Pipi in die Windel. An anderen Tagen meldet sie sich für jedes Pipi. Wir versuchen ihr die Freiheit zu geben, selbst zu entscheiden, ob sie in die Windel oder das Töpfchen machen möchte. Das große Geschäft landet nun schon seit Monaten ausschließelich im Töpfchen. Es ist schön ihr diese Möglichkeit bieten zu können und sie dankt es uns mit einem strahlenden Lachen.

Uns hat Windelfrei sehr geholfen und mit dem Wissen und der Erfahrung von heute, hätten wir uns einige Tränen und schlaflose Nächte ersparen können. 

 

Unsere Kinder – Meister der Manipulation? Meine Antwort auf den Artikel der „Eltern“

Es ist acht Uhr morgens. Eigentlich könnte ich noch schlafen. Denn genau das tut Muckmuck in diesem Moment. Aber mir raubt etwas den Schlaf. Bei meiner Stippvisite auf Facebook bin ich auf einen Artikel gestoßen, der mich sprachlos und wütend macht und mir keine Ruhe lässt!

Es handelt sich um diesen Artikel der Zeitschrift Eltern mit dem netten Titel „Dein Kind trickst? So fällst Du nicht drauf rein!“

Schon der Titel ließ mit vor Staunen den Mund offen stehen, aber der Inhalt übertrifft diesen noch bei Weitem! Wie kommt man bloß dazu solche wahnwitzigen Empfehlungen weiterzugeben? Wer einen Ausflug in die unterste Erziehungsschublade unternehmen will wird hier auf seine Kosten kommen.

„Deine Kinder sind wahre Meister im Tricksen und wissen ganz genau, wie sich Dich um den Finger wickeln können? Und langsam bist Du es einfach leid, auf das Theater reinzufallen? Du willst endlich ein bisschen mehr Respekt? Und echten Familienfrieden? Dann solltest Du Dir das hier unbedingt mal anschauen!“

So beginnt der Artikel, der am 15. September auf der Eltern-Seite erschienen ist. Harter Tobak!

Zusammenfassend werden Kinder in diesem Artikel als freche kleine Wesen dargestellt, denen dringend und mit aller Härte beizukommen ist. Er liest sich wie ein Leitfaden zur modernen Kriegsführung gegen die eigenen Kinder. Doch wer will das denn bitte? Ist das der Grund weshalb man Kinder bekommt? Um Krieg gegen sie zu führen und einen ständigen Machtkampf auszuüben? Ich weigere mich das zu glauben!

Basierend auf dem Buch „The Game Theorists Guide to Parenting: How the Science of Strategic Thinking can help you deal with the Toughest Negotiators You know – Your Kids“ von Kevin Zollman und Paul Raebum, wird man bestens mit Tipps versorgt, die man getrost in die Tonne treten kann!

Unsere Kinder blamieren uns in der Öffentlichkeit. Und zwar mit Absicht. Bis wir uns ihrem Willen beugen. Doch mit diesem Buch soll damit endlich Schluss sein. „Was die Kids können, habt ihr nämlich schon lange drauf“, heißt es. Man solle doch den Spieß umdrehen. Das liest sich schon ziemlich lächerlich und ich kann kaum glauben, dass das ernst gemeint sein soll.

Mit 5 einfachen Tricks soll es Eltern gelingen „den Spieß umzudrehen“.

Nummer 1 soll dafür sorgen, dass Kinder die sich strikt weigern gemeinsam Aufgaben zu erledigen, zusammen arbeiten. Um das zu erreichen wird geraten Regeln und Bestrafungen aufzustellen, die für alle Kinder gelten. Verstößt einer gegen die Regeln, werden alle bestraft. Ziemlich gemein, oder? Für das „Fehlverhalten“ anderer einstehen zu müssen, findet wohl keiner gut. Und ich wage arg zu bezweifeln, dass aus diesem Tipp eine gute Teamarbeit resultiert.

Was fühlt wohl ein Kind, dass zu etwas gezwungen wird, was es nicht möchte? Und dann auch noch gemeinsam mit jemanden, den man vielleicht gerade nicht ausstehen kann? Ich behaupte, dass die Kinder sich übergangen fühlen und dass diese Maßnahme äußerst respektlos ist. Dass diese Methode eher zu Groll und Streit zwischen den Kindern führt, als zu einer guten Teamarbeit. Was sollen sie daraus lernen? Dass ihre Gefühle und ihre Meinung den Eltern nichts bedeuten? Wieso sollten Kinder Respekt vor Eltern haben, die sie selbst so respektlos behandeln?

Dann stellt sich mir die Frage weshalb aufgeräumt werden soll. Es handelt sich hier nicht um das Wohnzimmer oder die Küche, bei der die Eltern das Bedürfnis nach Ordnung verspüren, sondern um das Kinderzimmer, in dem sich die Kinder wohlfühlen sollen. Es ist ihr Reich und es sollte in ihre Verantwortung gegeben werden, ob und wann aufgeräumt wird. Das was für uns Eltern nach purem Chaos aussieht, ist die Spiel- und Fantasiewelt unserer Kinder, in der sie zu einem anderen Zeitpunkt weiterspielen möchten. Weshalb sollen sie es wegräumen? Für mich klingt das unsinnig und so werden es sicherlich auch die Kinder sehen. Vielleicht lässt sich für aufräumwütige Eltern ein Kompromiss finden: Man räumt gemeinsam mit den Kindern die Dinge weg, die keiner mehr braucht. Welche Dinge das sind, entscheiden dabei aber einzig und allein die Kinder und wenn es keine sind, dann ist es eben so!

Spinnen wir mal die Theorie des ach-so-tollen Tipps weiter: Ein Kind weigert sich aufzuräumen. Das andere Kind räumt aber „brav“ auf. Bestraft für das „Fehlverhalten“ des ersten Kindes, werden nun beide Kinder mit zwei Tagen Tablet-Verbot. Was könnte das in unseren Kindern auslösen? Zum Einen wird das Aufräumen als etwas dargestellt, das man nur tut, um einer Bestrafung zu entgehen. Damit wird der Tätigkeit ein negativer Stempel aufgedrückt, der in den Köpfen der Kindern bestehen bleiben wird. Das Tablet-Verbot wiederum zeigt, dass Tablet schauen etwas wahnsinnig erstrebenswertes ist und wird zur Konsequenz haben, dass die Kinder gar nicht mehr genug von der verbotenen Frucht bekommen können. Eine weitere, sehr weitreichende Folge der Bestrafung ist der Verlust des Vertrauens in die Eltern. Die Kinder fühlen sich ungerecht behandelt, in ihren Bedürfnissen nicht gesehen und nicht geliebt.

Nummer 2 rät Belohnungen in Aussicht zu stellen, um Kinder dazu zu bewegen lästige Pflichten und Aufgaben zu erledigen. Als Belohnungen werden im Artikel die Erlaubnis den Namen der Katze auszuwählen und ein größeres Kinderzimmer genannt.

Wunderbar, wenn schon bei Kindern ein derartiger Rivalitätskampf ins Leben gerufen wird. Und billige Arbeitskräfte bekommt man noch dazu. Wäre es nicht viel angenehmer für alle Beteiligten gemeinsam einen Namen für das Haustier auszuwählen? Zusammen Vorschläge zu sammeln und sich auf einen einigen schaffen mit etwas Geduld auch schon die Kleinsten. Und wenn gar keine Einigung möglich ist, freut sich das Haustier vielleicht über einen Doppelnamen? Vordergründig sollte man doch die Absicht verfolgen alle zufrieden zu stellen. Man sollte den Kindern die Kompetenz zutrauen zu einer Lösung zu kommen und ihnen Vorleben wie man fair und respektvoll miteinander umgeht und Wege aufzeigen, die es ermöglichen zu einer für alle tragbaren Lösung zu kommen.

Belohnungen im Allgemeinen sehe ich sehr kritisch. Was erzeugen Belohnungen bei unseren Kindern? Richtig, sie strengen sich an, etwas zu erreichen. Aber sie stregen sich nicht um ihrer selbst Willen an, sondern weil ein Anderer es von ihnen möchte. Wir manipulieren also unsere Kinder und nehmen ihnen die Möglichkeit ihre Konfliktfähigkeit zu trainieren und das Problem selbstständig zu lösen. Zudem verstrickt man sich damit schnell in einen regelrechten Teufelskreis. Die banalsten Dinge erfordern plötzlich eine Belohnung, weil sie sonst nicht erledigt werden. Ich bezweifle, dass das der gewünschte Effekt ist.

Der nächste Tipp übertrifft alle bisherigen um Längen! „Droh auch mal – und zwar glaubhaft!“ wird hier geraten. Man möge doch bitte keine leeren Drohungen aussprechen, sondern solche, die man durchsetzen kann und die einem selbst am besten noch etwas bringen. So kann man dann zum Beispiel quengelnden Kindern im Auto zu leibe rücken.

Was veranlasst einen Menschen Drohungen auszusprechen? Hilflosigkeit. Und ja, vielleicht fühlt man sich genau so, wenn die Kinder im Auto dauerhaft motzen und maulen. Aber wahrscheinlich haben die Kinder einen guten Grund zu motzen! Und warum sollen Kinder eigentlich nicht auch motzen dürfen, wenn ihnen etwas nicht passt? Das ist ihre Art sich auszudrücken und verlangt nach Beachtung. Möglicherweise ist das Quengeln auch die Konsequenzt von Nichtbeachtung. Und auch hier sollte man als Erwachsener in der Lage sein nach einer Lösungsstrategie zu suchen, die ohne die Unterdrückung der Kinder auskommt. Drohungen können schlimme Ängste in unseren Kindern auslösen und das Vertrauen zu uns Eltern nachhaltig schädigen.

„Bringe deine Kinder zum Lügen“ wird im 4. Tipp empfohlen. Man soll seine Kinder durch gezieltes Ausfragen dazu bringen sich in Lügen zu verstricken, bis sie sich verraten. So sollen sie lernen, dass es besser ist, von Anfang an ehrlich zu sein.

Was ist das nun wieder für ein schlecht durchdachter Unsinn? Dadurch lehren wir unseren Kindern höchstens, dass sie noch besser im Lügen werden müssen! eine gute Eltern-Kind-Beziehung macht Lügen überflüssig. Fühlt sich ein Kind geachtet, wahr genommen in seinen Bedürfnissen und Gefühlen, hat es keinen Grund zu lügen. Denn es hat nichts zu befürchten. Greifen wir wieder das genannte Beispiel auf: Das Kind hat seine Hausaufgaben noch nicht erledigt, weil es bisher keine Lust dazu hatte. Und genau so sollte uns das unser Kind auch sagen können, ohne sich Lügen ausdenken zu müssen. Unliebsame Aufgaben kennen wir alle und wie gerne schiebt man sie vor sich her… Warum sollte das bei unseren Kindern anders sein? Ein gutes Verhältnis zum Lernen, ohne Zwang und Druck, kann dazu führen, dass Hausaufgaben gerne erledigt werden. In dieser Situation wäre ein Hilfsangebot viel eher angebracht, als das Kind zum Lügen zu animieren.

 

Im letzten Tipp wird uns nahegelegt nicht immer einzuknicken. „Kinder brauchen Härte und Konsequenz und sollen die Folgen ihres Handelns spüren. Du bist das Elternteil, du machst die Regeln und deine Kinder werden dich dafür lieben. Lass dir den Posten nicht streitig machen.“ 

Deinem Kind wird gar nichts daran gelegen sein dir deinen Posten streitig zu machen. Gibt es tatsächlich Menschen, die sich in ihrer Position als Erwachsener von Kindern bedroht fühlen und Angst haben „entmachtet“ zu werden? Wenn Kinder zu respektvollen und rücksichtsvollen menschen erzogen werden sollen, gilt es ihnen genau das in jeder Lebenslage vorzuleben. Wir sind die Erwachsenen zu denen sie aufschauen. Sie denken nicht darüber nach, ob das was wir tun richtig oder falsch ist, sondern verlassen sich einfach darauf. Wie wäre es statt Härte also mal mit Liebe?

Wir sollten uns klar machen was wir wollen: Unterdrückte willenlose Kinder, die ihren Mund halten, wenn die Eltern das gerne möchten, oder Kinder die die Freiheit haben sich zu eigenständigen Persönlichkeiten, mit eigenen Vorlieben und Meinungen zu entwickeln. Warum darf ein Kind nicht auch etwas blöd finden? Warum darf ein Kind nicht die Freiheit haben selbst zu bestimmen, wann es an der Zeit ist das Zimmer aufzuräumen? Warum trauen wir unseren Kindern so wenig zu? Ich habe das Gefühl manche Eltern meinen, sie müssten das Denken für ihre Kinder übernehmen. Nein weiter noch, sie müssen den Kindern eintrichtern, was sie denken sollen und dürfen. Jeder Funke von Charakter und Persönlichkeit muss im Keim erstickt werden. Doch wovor habt ihr Angst? Sind Kinder denn wirklich so furchteinflösend? Wäre es nicht viel schöner ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern zu haben? Und zwar ein ehrliches! Eure Kinder lieben euch nicht, weil ihr streng seid, sondern weil sie Angst vor euch haben. Sie haben Angst nicht geliebt zu werden und würden deshalb alles für euch tun. Das auszunutzen finde ich widerwärtig! Die Bedürfnisse der Kinder sind nicht weniger wichtig, als die der Eltern und müssen gesehen und geachtet werden!

In diesem Artikel ist keine Spur von Empathie, Liebe und Vertrauen. Mit keiner Silbe wird die Wichtigkeit einer guten Beziehung und unsere Vorbildfunktion erwähnt. Stattdessen werden unsere Kinder als hinterhältige Störenfriede dargestellt, die man erst zu vollwertigen Menschen formen muss. Das ist aber gar nicht nötig. Statt zu formen, müssen wir unsere Kinder begleiten, ihnen gute Partner sein, auf die sie zählen können und sie bedingungslos lieben. Denn nicht weniger haben sie verdient.

Unsere Kinder tanzen uns nicht auf der Nase herum, sondern leben und lernen. Wenn wir ihnen auf Augenhöhe begegnen, können wir es sehen.

 

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Wenn Kinder alles essen – Die orale Phase

Sobald Kinder krabbeln, beginnen sie alles was sie finden können in den Mund zu stecken. Das ist auch völlig normal und ein wichtiger Teil der Entwicklung. Die orale Phase ist unterschiedlich stark ausgeprägt und variiert auch in der Länge. Und sie kann uns Eltern einige Nerven kosten…

Kinder sind noch völlig unbedarft, folgen ihrem Entdeckungsdrang und wollen alles ganz genau wissen. Ekel ist ihnen fremd. Und das ist auch gut so. Denn Dreck reinigt zwar nicht den Magen, wie man so schön sagt, hat dafür aber einen anderen Nutzen.

Muckmuck hat sich innerhalb der letzten Wochen zu einem flinken Krabbelkäfer gemausert. Es ist schön mit anzusehen wieviel Spaß sie hat, wenn sie auf allen Vieren ihre Welt erkundet. Natürlich endet ihre Welt nicht an der Haustüre. Wir leben auf dem Land, inmitten von Wiesen und Feldern und wir waren uns von Anfang an einig, dass wir sie so wenig wie möglich einschränken wollen.

Denn Dreck schadet unseren Kindern im Normalfall nicht. Ganz im Gegenteil, helfen Bakterien unseren Kindern ein gesundes, starkes Immumsystem aufzubauen. Schon lange ist bekannt, dass der Kontakt zu Keimen und Bakterien vor Allergien und Asthma schützt. Eine Untersuchung der Universitätsklinik Marburg ergab sogar, dass das Risiko an Allergien oder Asthma zu erkranken bei Bauernhofkindern um 50% geringer ist. Laut Untersuchungen des bayerischen Umweltministeriums leiden Stadtkinder bis zu 15-mal häufiger an Allergien. Die Erklärung dafür ist recht simpel: Durch den Kontakt zu Erregern werden Abwehrzellen aktiviert. Das Immunsystem ist lernfähig und kann darauf „trainiert“ werden, mit Bakterien fertig zu werden. Im Dreck zu spielen gehört zur Kindheit dazu und ist wichtig, denn es schützt unsere Kinder von Krankheiten.  Unser Körper macht es Bakterien auch besonders schwer: Als erstes nimmt sich der antibakterielle Speichel den kleinen Biestern an und tötet einige von ihnen sofort ab. Die Magensäure darf als nächstes zeigen was sie kann und was noch übrig ist fällt dem Darm zum Opfer. Die Abwehrzellen unserer Darmschleimhaut macht kurzen Prozess mit ihnen. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt oder sind es besonders aggressive Erreger, können sie überleben und Krankheiten auslösen. Acht bis zwölf Infekte jährlich sind dabei durchaus als normal anzusehen.

Im Klartest bedeutet das, Muckmuck krabbelt auch draußen auf eigene Faust durchs Leben. Bei jedem Wetter. Im schlimmsten Fall endet das mit Bauchweh, Durchfall oder einer Erkältung. Worst case wäre für mich eine Infektion mit Würmern, weil ich mich so sehr davor ekel. Gerade wenn Hunde oder Katzen zur Familie gehören, kann das aber schnell passiert sein. Das ist zwar nicht schön, aber mit Medikamenten schnell in den Griff zu kriegen.

Natürlich sind wir immer in der Nähe und lassen sie nie aus den Augen! Einige Dinge gibt es dabei zu beachten:

Mögliche Gefahrenquellen sind giftige Pflanzen. Im heimischen Garten weiß ich ziemlich genau was an welcher Stelle wächst und lege Wert darauf, dass unser Garten zu 100% kindgerecht ist. Bei uns wachsen keine giftigen Pflanzen und auch Dornen findet man nicht. Schmutz, Sand, Erde, Steinchen und auch Insekten gehören allerdings dazu und dürfen bleiben wo sie hingehören. Zumindest solange bis sie in Muckmucks Hände geraten. Auch bei Zimmer- und Balkonpflanzen ist es wichtig zu wissen was man dort so herumstehen hat. Am besten achtet man schon beim Kauf darauf und meidet giftige Pflanzen. Blumenerde scheint auch gar köstlich zu sein. Solange sie nicht mit Dünger versetzt ist und nicht in großen Mengen verspeist wird, ist sie jedoch unbedenklich.

Weitere mögliche Gefahrenquellen, zum Beispiel auf Spielplätzen, können Scherben und Zigarettenkippen sein. Letztere können tödliche Folgen haben. Auch bei kleinen verschluckten Teilen sollte man sofort einen Kinderarzt oder die Notfallambulanz aufsuchen! Auch bei verschluckten Scherben oder anderen scharfkantigen Gegenständen sucht man besser einen Arzt auf. In den meisten Fällen werden sie zwar ohne Probleme wieder ausgeschieden, es besteht jedoch immer die Gefahr, dass innere Verletzungen entstanden sind. Auch die mögliche Erstickungsgefahr sollte man immer im Hinterkopf behalten.

Trotz all dieser Gefahren versuchen wir so entspannt wie möglich damit umzugehen und Muckmuck die Natur erforschen zu lassen. Es ist natürlich eine Gratwanderung und man muss immer wieder für sich selbst entscheiden, was man aushalten kann und was nicht. Tierausscheidungen gehören für mich ganz klar zu den Dingen die ich nicht in Muckmucks Händen sehen will, auch wenn sie keine Gefahr darstellen. Bei Gras und anderen ungiftigen Pflanzen bleibe ich völlig gelassen. Trockenes Laub stellt uns jetzt im Herbst vor eine große Herausforderung: Es scheint unglaublich lecker zu sein und zieht Muckmuck auf magische Weise an. Leider verschluckt sie sich immer ganz fürchterlich daran, da es sich an ihrem Gaumen festsetzt. Da verbieten nicht infrage kommt, gilt es also ihre Umgebung weitestgehend „blattfrei“ zu halten. Laubwälder werden in nächster Zeit also nicht mein bevorzugter Aufenthaltsort sein.

Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie es anders sein sollte. Die kleine Räuberin steckt so voller Energie, dass sie kaum mal eine ruhige Minute hat. Sie ist nicht zu bremsen und ihre Neugier ist grenzenlos. So grenzenlos, dass sie auch vor Gras, Sand, oder trockenem Laub keinen Halt macht. Jedes Steinchen wird eingehend untersucht. Mit dem Mund. Ein kleines krabbelndes Tier? Ab in den Mund.

Und das ist auch völlig in Ordnung so. Ja, bei manchen Dingen, die sie sich einverleibt stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Und bei der fünften Hand voller Sand, die sie sich in den Mund schiebt, wird mir schon leicht übel, aber bitte, wenn sie es doch möchte.

Viel schlimmer und gefährlicher als Dreck und Bakterien sind Reinigungs- und Desinfektionsmittel! Diese richten einen viel größeren Schaden an als Bakterien. Der zunehmende Hygienefanatismus wird für die steigende Zahl von Allergien, Asthma, chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen verantwortlich gemacht! Desinfektionstücher für unterwegs sind nicht nur völlig überflüssig, sondern lösen zudem auch noch Allergien aus. Einfaches Händewaschen reicht völlig aus! Aggressive chemische Reiniger lässt man besser im Schrank oder verbannt sie gleich komplett aus dem Haushalt. Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel reicht bei normalen Verschmutzungen aus und ist viel weniger schädlich.

Haben die kleinen Halunken doch mal etwas zu sich genommen bei dem wir uns unsicher sind, kann man sich zu jeder Zeit an die Hotlines der Giftnotrufzentralen der Bundesländer wenden. Es gibt auch nützliche Apps, die gute Verzeichnisse haben und praktisch für unterwegs sind.

Hier findet ihr die Nummern der Giftnotrufzentralen der Bundesländer: http://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/notfall-infos/giftinformationszentralen-giftnotruf/

Ich nutze diese sehr übersichtliche und informative App: „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ des BfR.

Muckmuck hatte übrigens trotz sehr intensiver oraler Phase noch keinen einzigen Infekt. Toi toi toi. 🙂

 

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Die Tücken einer Schwangerschaft Teil 1: Das Phänomen Brust

Worum es hier geht…

Eine alte Freundin von mir ist schwanger! An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch! ❤ Natürlich kommen sofort Erinnerungen an meine eigene Schwangerschaft hoch. Diese liegt ja immerhin nicht einmal acht Monate zurück. Und doch fällt es mir so schwer mich an manche Dinge zu erinnern. Deshalb will ich nun schnell niederschreiben, was mein Gedächtnis noch hergibt, bevor die Stilldemenz ihr übriges tut…

Die Brust

Brüste sind ja was tolles. Mal klein, mal groß, mal fest, mal weich. Ohne würden wir komisch aussehen und Männer finden sie auch klasse. Wir ernähren sogar unsere Babys mit ihnen! Und genau das ist der Punkt. Der Weg, um mit unseren Brüsten ein Baby zu ernähren, ist 40 Wochen lang. Und in diesen 40 Wochen haben unsere Brüste ganz besonders viel Aufmerksamkeit verdient.

Der Körper einer Schwangeren verändert sich. Auch die Brust ist davon betroffen. Gerade Frauen mit eher kleiner Oberweite, wie ich, denken nun, „Yeeees, endlich mal richtig große Möpse haben! Das ist doch was feines.“ Ist es vielleicht auch. Wenn sie auch nett aussehen. Damit sie das dauerhaft tun, ist ein ganz bestimmtes Utensil von Nöten: Der BH.  Und Nein, hier ist nicht die Rede vom Still-BH. Denn der kommt erst viel später ins Spiel.

Liebe Frauen, zu eurer Information: Nicht das Stillen an sich, sondern die Schwangerschaft verändert eure Brüste! Also hegt und pflegt sie, ölt und massiert sie, habt sie lieb und lasst sie liebhaben und steckt sie bitte bitte in einen gut sitzenden BH, der ihnen Halt gibt! Hängen die Dinger nämlich erstmal wird es verdammt teuer sie wieder auf Kurs bringen zu lassen. Bei mir ist es nun leider zu spät. In den letzten Wochen der Schwangerschaft wuchsen meine Igelschnäuzchen von einem süßen A-Cup auf monströse D-Körbchen, Blickrichtung gen Fußboden. Der Milcheinschuss gab ihnen den Rest. Bei E war zum Glück Ende.

Ich weiß nicht wie ich darauf kam, aber ich dachte, ich würde meinen Brüsten etwas Gutes tun, wenn ich sie in einen wohlig-weichen, unwattierten und bügellosen Still-BH packen würde. Im Onlineshop wurden verschiedene Größen bestellt, um die richtige herauszufinden und damit hatte sich die Sache. War auch echt bequem, keine Frage. Die Veränderung meiner Brüstchen nahm ich erst richtig wahr, als es schon zu spät war. Sie wurden groß! Und ich freute mich über volle, stehende Brüste, wie sie sich jede Frau wünscht. Vorerst. Denn große Brüste sind schwer. Und eines abends vor dem Spiegel fiel mir der erste rote Streifen auf und bei diesem einen sollte es nicht bleiben.

Und wer nun meint, „jaaa, die Frau hat eben ein schwaches Bindegewebe“. Nein, hat sie nicht! Keinen einzigen Schwangerschaftsstreifen habe ich an meinem Bauch. Meine Oberschenkel sehen aus wie vorher! Gut, vielleicht haben sie etwas an Umfang zugelegt, aber gerissen ist da nichts! Mein Hintern, wie immer. Kein Streifen, nirgendwo. Nur meine Brüste hat es in diesen Wochen ganz schlimm erwischt. Leuchtend rote Streifen zogen sich vom Brustansatz, bis zur Brustwarze. Es war furchtbar.

Und damit war es ja nicht getan. Wer die Grundsätze der Physik beherrscht, dem wird auch der Begriff Schwerkraft geläufig sein. Genau diese tat ihr Werk. Wie gut, dass der dicke Bauch da war! Darauf konnte ich meine riesen Glocken wunderbar ablegen. (Bei geredem Rücken lagen sie nicht drauf. Aber bei so schweren Brüsten muss man es erstmal schaffen, den Rücken die ganze Zeit gerade zu halten!)

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, schreibe ich im Präteritum. Ich hatte keine Bruststraffung. Sie hängen noch immer. Aber die Schwangerschaftsstreifen sind nicht mehr rot. Mit der Zeit verblassten sie, wurden weiß und sind nun nach acht Monaten kaum noch sichtbar. Es gab Zeiten in denen konnte ich mich nicht im Spiegel anschauen. Ich war traurig und wütend. Ich fand mich nicht schön und mein Selbstwertgefühl war im Keller. Aber hier neben mir liegt dieses wundervolle kleine Wesen und nuckelt friedlich an meiner Brust, während es schmatzend ins Land der Träume abtriftet. Ein Tränchen steigt mir ins Auge und ich weiß, dass es das Wert ist. Für kein Geld der Welt würde ich tauschen wollen. In diesem Körper habe ich ein Kind getragen. Ich habe eine Tochter geboren und ernähre sie durch mich. Mit meinen Brüsten! Und meiner Tochter ist es völlig egal, ob sie groß, klein, schlaff oder was auch immer sind.

Das ist nur meine Geschichte. Ich möchte keinesfalls behaupten, dass das die Regel ist. Vielleicht ergeht es euch ganz anders. Vielleicht hätte ich dem aber auch durch den richtigen BH entgegenwirken können? Im Nachhinein wird mir das wahrscheinlich keiner mehr sagen können.

Meine Lieben, tut euch selbst einen Gefallen und geht in ein FACHgeschäft, um euch beraten zu lassen. Packt die Dinger aus und lasst sie richtig vermessen. Ihr habt nichts wofür ihr euch schämen müsstet!

 

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Urlaub mit Baby – Unsere Tops und Flops am Strand

Lange haben uns auf den ersten Urlaub als kleine Familie gefreut und mindestens genauso lange habe ich gegrübelt, was den Urlaub mit Baby erleichtern könnte, was man unbedinbgt braucht und was vielleicht doch nur unnötiges Gepäck sein könnte.

Wir haben es letzte Woche am italienischen Strand erprobt und hier kommt unser Ergebnis!

 

 

Tragehilfe/Tragetuch

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Ohne wären wir oftmals seeehr eingeschränkt gewesen. Schonmal mit Buggy am Strand gewesen? Vergiss es! Da braucht es schon ein Super-Special-Geländemodell… Unserer gab schon auf, wenn etwas Sand auf dem befestigten Weg lag! Die Trage dagegen leistete großartige Dienste! Auch in überfüllten Fußgängerzonen oder engen Gässchen war sie echt praktisch. Sie ermöglichte es uns auch abends mit schlafendem Baby spazieren zu gehen, oder sogar etwas vom Abendprogramm mitzuerleben. Muckmuck schlief völlig unbeeindruckt wie ein Murmeltier auf meinem oder Papas Rücken. ❤

 

Planschbecken

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Tolle Sache, wenn man mit Krabbelkind am Meer ist! Keine hohen Wellen, die einen hinterrücks überrollen, kein davontreibendes Spielzeug und ein ebener Untergrund, auf dem man gut sitzen kann. Muckmuck hat sehr gerne darin gespielt und in aller Ruhe jedes ihrer Spielzeuge auf Essbarkeit geprüft. Auch von Außen über den Rand gelehnt, fand sie es ganz klasse und versuchte immer wieder ihre Spielzeuge herauszuangeln. So ein Planschbecken lässt sich übrigens auch gut zweckentfremden: Ein Matschbecken (Sand+Wasser=Matsch) macht großen Spaß und ein leeres, trockenes Becken hilft dabei die kleinen Wusel zumindest für kurze Zeit sandfrei zu halten. Natürlich hat Muckmuck auch im Meer gebadet und hatte riesen Spaß dabei, aber ihren eigenen kleinen Pool hätten wir nicht missen wollen. (Tut euch und euren Kindern einen Gefallen und achtet beim Planschbeckenkauf auf das Material! Wer Wert darauf legt, dass keine gesundheitsgefährdenden Weichmacher enthalten sind, schaut mal bei Öko-Test vorbei. Unser Planschbecken ist von der Marke Royal-Beach.) 

Badetücher

Sei es zum darauf liegen, zum Abtrocknen oder zum Einkuscheln und Zudecken. Man kann nie genug Badetücher dabei haben! Da unsere ständig durchnässt waren, mussten wir im Urlaub Nachschub kaufen.

 

Bollerwagen

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Was für ein großartiges Transportmittel! Zusammengeklappt nicht größer als ein Buggy, im aufgebautem Zustand eine Traglast von 100 Kilogramm! Mit Kindern hat man einfach immer viel Gepäck. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie wir diese Berge von Krimskrams ohne Wagen an den Strand gekarrt hätten. Der Wagen war eine tolle Hilfe und eignet sich auch ausgezeichnet für fußmüde Mamas und kleine Muckmucks 😉

 

Sonnenschirm

Babys haben in der Sonne nichts verloren. Deshalb hatten wir uns eine ganz tolle hochwertige Strandmuschel mit UV-Schutz und allem Pipapo besorgt, die uns vor der Sonne schützen sollte. Leider hat uns keiner gesagt, dass diese Dinger sich so wahnsinnig aufheizen, dass man es gar nicht aushält darin zu liegen! Als ob es nicht eh schon heiß genug gewesen wäre… Zum Glück hatten wir den guten alten Sonnenschirm dabei!

 

Sonnenhut

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Natüüüürlich braucht das Baby eine Kopfbedeckung! Aber bitte probiert auch aus, ob das Baby sie auf dem Kopf behält! Wir mussten so einige Mützchen, Käppchen und Hütchen ausprobieren, bis wir etwas fanden, mit dem Muckmuck einverstanden war. In unserem Fall war das ein Hütchen, dessen Krempe wir vorn nach oben klappten. (So vergaß sie auch ganz schnell, dass da überhaupt etwas auf ihrem Kopf ist. Aus den Augen, aus dem Sinn…) Die Bänder waren so locker, dass sie ihr Kinn gar nicht berührten und trotzdem blieb der Hut wo er sein sollte.

 

UV-Kleidung

Zumindest ein Shirt sollte es meiner Meinung nach schon sein. Sonnencreme ist für Babys ungeeignet, da sie den natürlichen Temperaturausgleich verhindert und das Kind überhitzen kann. Wir haben nur eine mineralische Sonnencreme für Gesicht und Füßchen verwendet, wenn wir unterwegs waren. Für die kurze Zeit, die sie in der Sonne war, hätte es das wahrscheinlich gar nicht gebraucht. Aber sicher ist sicher.

 

Trinkflasche

Wenn euer kleiner Krabbelkäfer schon älter ist, nicht mehr voll gestillt wird und schon einiges an fester Nahrung verdrückt, kann man bei großer Hitze ab und an ein Schlückchen Wasser geben. Muckmuck wird zu 98% gestillt. Ein Schlückchen Wasser bekommt sie höchstens mal zu den Mahlzeiten oder, wie hier, am Strand und hauptsächlich für den Spaßfaktor. Normalerweise trinkt Muckmuck aus einem Glas. Für den Urlaub haben wir uns für einen Quetschiebeutel aus Silikon entschieden. Der Squeasy Snacker ist BPA-, PVC- und Phthalat-frei und hat einen Auslaufschutz. (Flüssigkeit tröpfelt natürlich heraus. Fruchtmus würde vermutlich drin bleiben) Toll ist, dass er sich zur Reinigung komplett zerlegen und sogar auf links drehen lässt. Er eignet sich auch wunderbar um sich gegenseitig nasszuspritzen! 😀                Ich weise an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass Muttermilch oder Pre-Milch im ganzen erste Lebensjahr Hauptnahrung sind und gestillte Kinder keine zusätzliche Flüssigkeit benötigen! Zuviel davon kann schlimmstenfalls zu einer Wasservergiftung führen!

Das hätten wir uns sparen können…

 

Als völlig überflüssig stellen sich Schwimmwindeln heraus. Diese Plastiktüte für den Babypopo haben wir nur ein einziges Mal verwendet. Sieht weder schön aus, noch hat sie einen großen Nutzen. Pipi hält sie im Wasser eh nicht und das große Geschäft macht Muckmuck nicht ins Wasser. Und an Land tut es auch eine normale Windel, wenn man denn eine benutzen möchte. Wir haben meistens darauf verzichtet und Muckmuck unten ohne gelassen. Das bisschen Unfall-Pipi auf dem Handtuch hat hier keinen gestört.

 

Tolle Idee, aber schwer umzusetzen: Die Babysonnenbrille.Wir haben uns ein besonders schickes Teil von Baby Banz zugelegt. Leider haben wir die Rechnung ohne Muckmuck gemacht, die so überhaupt keinen Bock auf geschützte Augen hatte. Die Brille lässt sich durch das Band mit Klett zwar klasse regulieren (vorausgesetzt das Kind hält still), verrutscht aber trotzdem ständig und piekst das Kind ins Auge. Wenn man sie noch fester zieht tut es weh und hinterlässt sofort Abdrücke, da das Plastik sehr hart ist. Das war also nix.

 

Der Bademantel stellte sich auch als (zumindest für uns) völlig nutzlos heraus. Zum dauerhaften Tragen am Strand ist er zu warm und gut bewegen kann man sich darin auch nicht. Zum Abtrocknen tuts auch ein Handtuch und danach gabs ein trockenes Shirt drüber.

 

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Kinderspielzeug – Holz vs. Plastik

Spielzeug hilft unseren Kindern dabei die Welt um sie herum zu begreifen. Doch was macht gutes Spielzeug aus? Welches Material ist hygienischer? Und ist Plastik sogar gesundheitsschädlich? 

Eltern und Kinder haben häufig grundverschiedene Ansichten was unter gutem Spielzeug zu verstehen ist. Während die Eltern zum Naturmaterial tendieren, übt das glatte Plastik in schrillen Farben eine starke Anziehungskraft auf Kinder aus.

Oft kursiert auch die Meinung, Holz sei unhygienisch und schwer sauberzuhalten. Bakterien sammeln sich auf der Oberfläche und vermehren sich zu Armeen von winzig kleinen Krankheitserregern. Ich selbst – Schande über mein Haupt- war mein ganzes Leben lang in dem Glauben, dass Plastik das hygienischere Material sei! Ich wurde eines besseren belehrt.

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Beginnen wir doch direkt mit den Hygieneeigenschaften von Holz. Schon 1994 wurde in einer Studie der University of Wisconsin-Madison belegt, dass Holz im Vergleich zu Kunststoff eine geringere Keimbelastung hat. Sprich, die Anzahl der überlebenden Bakterien auf Kunststoff ist größer als die derer auf Holz. In einem Feldversuch des deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik wurden in 14 Betrieben über 6 Monate in 15000 Messungen die Keimbelastungen von Kunststoff und Holz verglichen. Das Ergebnis der in 2008 stattgefundenen Untersuchung: Die Keimzahl auf Holz war durchschnittlich um 15% geringer als auf Plastik. Bei Kiefernholz sogar 50%! Doch wie kann das sein? Holz verfügt über antibakterielle, keimtötende Gerbsäuren, die dafür sorgen, dass sich Bakterien nicht nur an der Oberfläche, sondern sogar im Holzinneren reduzieren. Das Holz ist in der Lage Wasser aufzusaugen und entzieht Bakterien auf diese Weise ihre Lebensgrundlage. Holz ist langlebig, robust und biologisch abbaubar und durch sachgemäße Handhabung lassen sich die hygienischen Eigenschaften nochmals verbessern.

Aber Holz lässt sich doch viel schlechter reinigen als Kunststoff? Falsch! Bei unbehandeltem Holz genügt lauwarmes Abspülen und gründliches Abtrocknen. Den Rest erledigt die Sonne. Stärkere Verschmutzungen können mit einem Schwamm oder einer alten Zahnbürste abgerieben und einer zweiprozentigen Sodalösung oder einfachem Geschirrspülmittel abgebürstet werden, oder falls nichts mehr hilft auch abgeschliffen werden. Mit klarem Wasser nachspülen und trocknen lassen. Lackiertes Holz lässt sich noch einfacher reinigen, da es nicht aufquellen kann: Unter warmem Wasser oder mit Geschirrspülmittel abspülen und abtrocknen. Fertig.

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Kunststoff wird meist aus Erdöl gewonnen und mit sogenannten Weichmachern versetzt, die das Material biegsamer und leichter zu verarbeiten machen. Neben dem Argument das Erdöl, wie alle fossilen Brennstoffe, endlich ist, sind es die gesundheitlichen Auswirkungen der Weichmacher, die Kunststoff so gefährlich machen. PVC und Phtalate, die vor allem in Billigspielzeug enthalten sind, gelangen über die Atmung in den Körper und schädigen Leber und Nieren. Zudem stehen sie im Verdacht den Hormonhaushalt zu beeinflussen, schaden dem Immunsystem und fördern Verhaltensstörungen. Die Stabilisatoren und Farbstoffe im Material enthalten zusätzlich auch noch krebserregende Schwermetalle. Mhhh lecker.

Schön und gut, Kunststoff ist nicht besonders gesund, aber dafür doch leicht zu reinigen und zu desinfizieren, könnte man jetzt denken. In dieser Hinsicht ist Kunststoff tatsächlich sehr pflegeleicht. Unter warmem Wasser abspülen oder einfach ab in Waschmaschine oder den Geschirrspüler. Die Reinigung und Desinfektion von Kunststoffspielzeugen verspricht jedoch nur kurzzeitige Erfolge. Kleinste Risse, Unebenheiten und Nähte bieten den Bakterien Lebensraum. Von Desinfektionsmitteln lassen sich Bakterien kaum beeindrucken. Die meisten Bakterien sind resistent dagegen und die Inhaltsstoffe sind äußerst gesundheitsschädlich. Aus diesen Gründen sollte man Desinfektionsmittel eher sparsam einsetzen oder noch besser, ganz drauf verzichten. Übertriebene Sauberkeit kann schlimmstenfalls Allergien begünstigen und hindert die Kinder daran ihr Immunsystem zu stärken.

Auch das hochwertigste Plastikspielzeug geht irgendwann einmal kaputt und landet im Müll. Hier stehen wir vor dem nächsten Problem. Dummerweise ist Kunststoff nicht biologisch abbaubar. Immer wieder gehen Bilder von Plastikinseln im Ozean durch die Medien, die unzählige Tiere das Leben kosten. Verbrennen ist keine Alternative, da dadurch Schadstoffe freigesetzt werden. Die einzig vertretbare Lösung ist Recycling. Darin sind wir Menschen aber leider nicht besonders gut. (An dieser Stelle darf sich jeder kurz an die Nase fassen und sich schämen. Danke, es genügt.)

Betrachtet man unsere bisheringen Erkenntnisse steht Holz deutlich besser da. Das zerschlägt sich jedoch schnell wieder, wenn man sich einmal anschaut womit das Holz bearbeitet wird. Lacke enthalten häufig Schwermetalle, die nicht feuchtigkeitsfest sind und von den süßen Sabberschnütchen im Nu in den kleinen Körper befördert werden. Das ist Mist. Dazu wurden dann auch noch krebserregende Stoffe wie Formaldehyd und PAK entdeckt. Die findet man in Kunststoff aber auch.

Holz ist natürlich umweltverträglicher, aber beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile, bessere und schlechtere Eigenschaften und sind für bestimmte Arten von Spielzeug besser oder schlechter geeignet. Ein Bällchenbad mit Holzkugeln würde wohl eher wenig Sinn ergeben…

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Woran kann man nun gutes Spielzeug erkennen? Spielzeug sollte grundsätzlich zuverlässig, hochwertig und ungefährlich sein. Und auch, wenn wir Eltern eher zum einen oder zum anderen Material tendieren, sollten wir keinesfalls die persönlichen Vorlieben und Wünsche unserer Kinder übergehen.

Im folgenden findet ihr einige Anregungen und Kriterien für gutes Spielzeug aus Kunststoff und Holz

Holz:

  • Bei lackiertem Holzspielzeug auf „Speichelechtheit“ testen und mit dem angefeuchteten Finger prüfen, ob das Spielzeug abfärbt
  • Mit dem Finger(nagel) testen, ob sich Lack löst
  • Oberfläche auf schlechte Verarbeitung wie Splitter etc. untersuchen
  • Geruchstest. Riecht ein Spielzeug unangenehm, kann es nicht gesund sein
  • Auf Prüf- und Gütesiegel achten
  • Warnhinweise wie zum Beispiel Altersangaben ernst nehmen
  • Das FSC-Symbol garantiert nachhaltigen Anbau
  • Produktbewertungen und Testergebnisse lesen
  • Lieber zu unlackiertem, gewachsten Spielzeug greifen

Kunststoff:

  • Auf auffälligen Geruch testen
  • Kennzeichnungen PVC-frei und Phtalat-frei beachten. Gibt es keine Kennzeichnung, kann davon ausgegangen werden, dass schädliche Weichmacher enthalten sind
  • Auf Prüf- und Gütesiegel achten
  • Bewertungen und Testergebnisse lesen
  • Warnhinweise ernst nehmen
  • Spielzeug auf schlecht verarbeitete scharfkantige Nähte, Ecken und Presstellen prüfen
  • Spielzeuge die Weichplastik enthalten, wie zum Beispiel Puppen, nicht Second Hand kaufen, da sie gesundheitsschädliche Stoffe enthalten könnten, die inzwischen nicht mehr zulässig sind

Frohes Spielen!

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Unser Urlaub in Rosolina Mare – Ein kleiner Reisebericht

Auf Wiedersehen Rosolina Mare! Mach´s gut Rosapineta Nord!

Wie im Flug verging unser erster Urlaub als Familie in Italien. Es ist Freitag und mit einem lachenden und einem weinenden Auge packen wir unsere Koffer. Gerne würden wir noch ein paar Tage länger bleiben, aber das heimische (soooo kuschlige) Familienbett ruft schon sehr, sehr laut nach uns.

Wir haben eine wunderschöne Woche auf dem 4-Sterne Campingplatz mit Bungalowdorf verbringen dürfen und werden sicherlich wiederkommen. Vielleicht sogar mit dem eigenen Camper? Denn der Bungalow, oder besser gesagt die Betten, sind unser einziger Kritikpunkt am Schnäppchenurlaub. Und wenn man bedenkt, dass wir für 7 Tage Unterkunft für 2 Erwachsene + Muckmuck nur 208, in Worten Zweihundertacht!!! Euro bezahlt haben, kann man sich über harte Matratzen wirklich nicht beschweren.

 

Der riesige Campingplatz liegt direkt am Meer und je nachdem welche Bungalowkategorie man bucht, bekommt man ein Häuschen mit Meeresrauschen inklusive. Unser Bungalow der Kategorie B2 besteht aus einem Wohn- und Schlafraum mit integrierter Küche und kleinem Bad. Das Doppelbett besteht aus zwei zusammengeschobenen Einzelbetten, die nachts gerne auseinanderrutschen, um gnadenlos in der Mitte schlafende Mamas oder Muckmucks aufzufressen. Wie gut, dass wir in weiser Voraussicht einen Spanngurt im Gepäck hatten, der zumindest die Betten zusammenhielt! Gegen Aufpreis hätten wir ein weiteres Bett oder Babybett bekommen können, aber auch im Urlaub wollten wir aufs Familienbett nicht verzichten müssen. Entgegen der recht aktuellen Negativbewertung auf einem großen Urlaubsportal, konnten wir weder Schimmel noch Muff entdecken. Der Bungalow war sauber, die Klimaanlage und der Gasherd funktionierten.

Bis zum Meer waren es gemütliche fünf Minuten Fußmarsch. Mit vollbepacktem Bollerwagen gar kein Problem. Nachdem man unter einiger Anstregengung das Gepäck auf eine Düne hinaufgezerrt hat, wird man mit einem Blick über den weitläufigen Sandstrand und das flach abfallende Meer belohnt. Der Strand war zwar immer gut besucht, aber nie überfüllt. Keine Spur von Sardinenfeeling. Für Kinder, die gerne buddeln und planschen möchten, lässt der Strand keine Wünsche offen. Fast endlos kann man ins Meer hineinlaufen, ohne dass einem das Wasser weiter als bis zum Knie reichen würde. Der Strand war fein und sauber. Geschmeckt hat er, an der Menge gemessen, die Muckmuck verdrückt hat, auch ganz ausgezeichnet.

Hat man irgendwann keine Lust mehr auf Strand, kann man es sich auch an einem der beiden Pools bequem machen. Vorausgesetzt man ist im Besitz einer Badekappe! Die ist dort nämlich Pflicht und auch bei den Kleinsten wird penibel darauf geachtet, dass bloß kein Haar im Wasser landet. Das mag anfangs zwar etwas befremdlich sein, macht aber durchaus Sinn, wenn man sieht wie sauber das Wasser ist. Beide Pools haben Schwimmer- und Nichtschwimmerbereiche, einer sogar eine Wasserrutsche.

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Wenn man dann endgültig die Nase voll hat vom Baden bietet der Campingplatz noch viele weitere Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Supermarkt, Souvenirlädchen, Mini-Club, Spielplätze, Kinderdisco, Bowling, Minigolf, Kinderzug, Restaurants, alles was man sich an sportlichen Aktivitäten vorstellen kann und und und. Langweilig wird es so schnell sicherlich nicht. Das Angebot scheint endlos und ist für einen Campingplatz der absolute Wahnsinn.

Bei Fragen oder Problemen war das Personal zu jeder Zeit sehr bemüht und immer freundlich. Abends um 20.00 Uhr eine neue Gasflasche? Gar kein Problem! Alle sprachen zumindest bröckchenweise deutsch und mit englisch kam man immer und überall gut zurecht.

Shoppingbegeisterte sollten sich einen Ausflug zum nahegelegenen Upim Outletstore auf keinen Fall entgehen lassen. Italienische Markenkleidung in bester Baumwollqualität zum Schnäppchenpreis! Für Muckmuck haben wir eine riesige Tüte Kleidung für den Herbst und den nächsten Sommer ergattert und für 6 Tshirts, 7 Pullover, 2 Schlafanzüge, 3 Hosen, 1 Rock, 2 Kleider und eine Regenjacke gerade mal 45€ dort gelassen! Direkt nebenan ist übrigens ein Schuh-Outlet… 😉

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Ein weiterer Ausflugstipp ist das malerische Städtchen Chioggia. „Klein-Venedig“ liegt nur etwa 30 Automitnuten entfernt und lädt zu einem gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt, oder einer Schiffsfahrt durch die Lagunen ein. Wer gerne einen italienischen Markt besuchen möchte, sollte den Ausflug an einem Donnerstag planen. Das ein oder andere Schnäppchen kann man dort in jedem Fall machen.

Alles in allem hatten wir einen wunderschönen ersten Familienurlaub und werden immer gerne daran zurückdenken. Das wir nocheinmal dorthin fahren werden steht fest, ob es nächstes Jahr sein wird ist noch ungewiss. Wir können Rosapineta Nord bedenkenlos weiterempfehlen und den Negativbewertungen ganz deutlich widersprechen!

 

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DIY Blütenlampe aus Ikea Kvartär

  • Arbeitsaufwand: 2-3 Stunden (ohne Trockenzeit)
  • Man braucht: Acrylfarben, Haushaltsschwämmchen, ausreichend Zeitung zum Unterlegen, Lampe

Eine Schwangerschaft kann seeehr lang sein. Umso besser, wenn einem nie die Ideen ausgehen und man sich kreativ zu beschäftigen weiß…

In der 35. Schwangerschaftswoche hat mich der Kreativtroll gebissen und mich zwei Lampen für Muckmucks Kinderzimmer gestalten lassen.

Grundlage waren zwei „Kvartär“-Lampen aus dem Ikeasortiment.

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Der Plan war für Muckmucks „Dschungelzimmer“ Lampenschirme zu gestalten, die an einen Blütenkelch erinnern.

Die Lampe kommt ikeatypisch in vielen Einzelteilen. Einzelne Bögen werden später auf einem Gestell zur fertigen Lampe zusammengesteckt.

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Ich habe mich dazu entschieden den oberen Teil als Beginn des Stiels in Grün zu bemalen und einen Farbverlauf von Gelb über Orange bis Rot nach unten auslaufen zu lassen. Dabei habe ich für jeden Bogen zwei Farben verwendet, was ich mir, wie ich beim zusammensetzen feststellte, hätte sparen können, da der obere Teil komplett von dem darüber liegenden verdeckt wird.

Mit Acrylfarbe und normalen Haushaltsschwämmchen habe ich die Lampe gleichmäßig mit Farbe betupft. Da ich nicht genügend verschiedene Farben zur Auswahl hatte, habe ich mir aus den vorhandenen noch ein paar Orange- und Rottöne zusammengemischt.

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Nach 24 Stunden Trockenzeit habe ich die Lampe zusammengesetzt. Dabei musste ich leider feststellen, dass die Farbe sich „abkratzen“ lässt, wenn man es darauf anlegen würde. Das würde sich sicherlich vermeiden lassen, indem man die Farbe mit Klarlack zum Aufsprühen fixiert. Da die Lampe jedoch an der Decke hängen soll und keinen ständigen Berührungen ausgesetzt ist (und ich davon ab auch wahnsinnig ungeduldig war), entschied ich mich es dabei zu belassen.

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Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen! Auch in beleuchtetem Zustand sieht sie wirklich schön aus und ist ein echter Hingucker geworden.

Wenn das Baby plötzlich Zähne hat…

 

„Zähne putzen ist wichtig und muss sein! Am besten nach jeder Mahlzeit!“ 

So, oder so ähnlich, wurde es den meisten von uns vor langer Zeit beigebracht wurde. Doch ab wann gilt das? Müssen die ersten strahlend weißen Zahnspitzen geputzt werden? Und womit überhaupt? Und ist es der Untergang der Zahngesundheit, wenn das Kind sich mit Händen und Füßen gegen die Zahnbürste wehrt?

Irgendwann zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat bekommen die meisten Babys ihren ersten Zahn. Oder direkt zwei, denn oft zeigen sich die kleinen Beißerchen paarweise. Die Milchzähne bilden das Fundament für die bleibenden Zähne und dienen als Platzhalter.

Schon bevor sich die ersten Zahnspitzen zeigen, kann man mit der Gewöhnung ans Putzen beginnen und es in den Alltag integrieren. Wie bei allem haben wir auch hier eine wichtige Vorbildfunktion. Nehmt eure Babys mit ins Bad, zeigt ihnen was ihr tut und lasst sie mit eurer oder einer eigenen Zahnbürste spielen.

Fingerling und Zahnbürste

Auch wenn noch keine Zähne zu sehen sind, bedeutet das nicht, dass sie den Babys noch nicht zu schaffen machen. Eine Zahnfleischmassage mit dem angefeuchteten Fingerling wissen viele Babys sehr wohl zu schätzen. Muckmuck war nicht immer ein Freund davon. Ich vermute, dass es ihr manchmal einfach Schmerzen bereitete. An diesen Tagen ließ ich sie den Fingerling selbst in die Hand nehmen und oft kaute und saugte sie eine Weile darauf herum. Auch für die ersten kleinen Zahnspitzen ist der Fingerling noch völlig ausreichend. Der Hersteller sieht eine Nutzung bis zum Alter von 12 Monaten vor. Es spricht aber natürlich nichts dagegen, den ersten Zahn mit dem Kauf der ersten weichen Babyzahnbürste zu feiern. In der Drogerie oder dem Babymarkt sollte man fündig werden.

Bei uns ist das morgendliche Zähneputzen ein festes Ritual. Gemeinsam sitzen wir auf dem Badteppich und putzen unsere Zähne. Mal jeder bei sich selbst, mal lasse ich Muck meine Zahnbürste führen und zum Schluss versuche ich mein Glück in ihrem Mund. Der Erfolg ist mir dabei nicht immer vergönnt, aber viel wichtiger, als akribisch jeden Millimeter der kleinen Zähne zu putzen, ist der Spaß an der Sache und die Integrierung in den Alltag.

Auf Zahnpasta verzichten wir bisher komplett. Mehr als Wasser braucht es für den Anfang nicht. Ab wann man Zahnpasta benutzen sollte, muss individuell entschieden werden und kann unter anderen davon abhängig gemacht werden, wieviel das Kind schon isst. Abzuraten ist von Kinderzahnpasta die fruchtig süß schmeckt und die Kinder dazu animiert sie zu herunterzuschlucken. Das tun sie sowieso, bis sie gelernt haben auzuspucken. Das wird erst im Alter von etwa zwei Jahren der Fall sein. Es gibt Zahnpasten die relativ geschmacklos und auch schon für die Kleinsten geeignet sein sollen. Wir haben Ajona, Nenedent, Weleda, Nuk und Lavera ins Auge gefasst, können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Erfahrungsbericht abgeben. In naher Zukunft werde ich mich noch ausführlicher mit den Inhaltsstoffen der verschiedenen Produkte befassen.

Auch beim Thema Fluorid scheiden sich die Geister. Unumstritten trägt Fluorid maßgeblich zur Kariesprophylaxe bei, jedoch reicht Fluorid nicht aus, um Karies zu vermeiden. Karies entsteht nicht durch Fluoridmangel, sondern ist eine bakterielle Erkrankung. Es gibt einige Stimmen aus der Forschung und Zahnmedizin, die sich klar gegen Fluorid aussprechen und darauf hinweisen, dass Fluorid in zu großen Mengen nicht gesund ist und sich sogar negativ auswirken kann. Zu hoher Fluoridkonsum kann sich durch weiße Flecken auf den Zähnen äußern. Diese sind an sich noch nicht schlimm, können die Zähne im fortgeschrittenen Stadium aber deutlich kariesanfälliger werden lassen. Zudem besteht der Verdacht, dass Fluorid Chromosomenveränderungen begünstigt und dadurch Krebs verursachen könnte. Auch die Gabe von Fluorid in Tablettenform, zum Beispiel in Kombination von Vitamin D ist nicht nötig. Fluorid wirkt größtenteils direkt am Zahn, weshalb die orale Gabe suboptimal ist. Wir haben uns dazu entschieden vorerst auf Fluorid zu verzichten. Ein Punkt der zu unserer Entscheidung beigetragen hat, ist unserer eigene Kariesanfälligkeit, die gleich Null ist. Fluorid ist kein Stoff den unser Körper braucht. Somit gibt es keinen Mangel, der zu riskieren wäre. Schlimmstenfalls wird ein Kariesbefall begünstigt, dem jedoch durch gesunde Ernährung und eine gute Zahnhygiene vorgebeugt werden kann. Zuviel Fluorid dagegen ist sehrwohl schädlich und die eventuellen Gesundheitsrisiken noch nicht endgültig erforscht.

Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke und Speisen schützt die kleinen Zähne vor dem Kariesbefall. Spätestens mit den ersten Zähnen kommen auch die ersten Nahrungsmittel ins Spiel und einige von ihnen begünstigen Karies. Zudem ist Karies hochansteckend und wird über Speichel übertragen. Das ist auch der Grund, weshalb man darauf verzichten sollte den Schnulli abzulecken, bevor man ihn dem Mini zum nuckeln gibt. Der Zahnschmelz der Milchzähne ist übrigens viel weicher, als der der bleibenden Zähne und deshalb viel anfälliger für Karies. Das Knabbern an festen Nahrungsmitteln hilft dabei Zahnbelag abzurubbeln und kann hilfreich sein, um Karies vorzubeugen.

Und wenn das Kind partout keine Lust hat Zähne zu putzen? Zähne putzen gehört bei den meisten Kindern ganz klar nicht zu den liebsten Beschäftigungen. Es wird immer Phasen geben in denen sie sich dagegen sträuben. Manche mehr und manche weniger. Verständlich, wenn man sich mal vorstellt wie es sein muss ungefragt aus dem Spiel gerissen und ins Bad getragen zu werden, um dort gewaltsam den Mund geöffnet und die Bürste hineingeschoben zu bekommen. Wie würden wir darauf reagieren? Ich für meinen Teil würde mich mit aller Kraft zur Wehr setzen! Unsere Kinder sind eigenständige, selbstbestimmte Persönlichkeien und haben das Recht zu jeder Zeit mit Respekt behandelt und in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen zu werden. Das Zähneputzen darf weder Kampf noch Machtspiel werden und keinesfalls in Zwang ausarten. Umso wichtiger ist es behutsam und spielerisch ans Zähneputzen heranzuführen und es vielleicht sogar zu einer ganz spaßigen Angelegenheit werden zu lassen. Freiwilligkeit ist das oberste Gebot. Mit Spiel, Tanz und Gesang macht es vielleicht gleich viel mehr Spaß! Das Internet kennt einige lustige Zahnputzlieder, die man sich schnell aneignen kann. Und warum nicht mal statt im Bad im Wohnzimmer vor dem Fernseher oder in der Küche unter dem Tisch putzen? Oder zu einer anderen Zeit? Und wenn das Kind einfach schon zu müde ist? – Tja, Pech gehabt, würde ich sagen. Dann habe ich es als Mutter verbummelt meinem Kind zur richtigen Zeit die Zahnbürste in die Hand zu geben. Und auch wenn Zähneputzen unerlässlich und wichtig ist – Ein oder zwei Mal nicht zu putzen wird sicher nicht dazu führen, dass alle Zähne ausfallen.

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